Ihre Browserversion ist veraltet. Wir empfehlen, Ihren Browser auf die neueste Version zu aktualisieren.

Laufender Unterricht

Je nach Bildungsträger und gewähltem Unterrichtsmodus finden Präsenzveranstaltungen an Wochentagen oder verstärkt Freitag / Samstag. Statt. Wenn auf Grund von Fördermaßnahmen (z. B. der Agentur für Arbeit) Teilnahmepflicht besteht, erübrigt sich eine Entscheidung an Präsenzveranstaltungen teilzunehmen. In allen anderen Fällen ist es sehr empfehlenswert, Präsenzveranstaltungen dann zu besuchen, wenn sie einen persönlichen Nutzen erkennen lassen. Verstehen Sie die Zeit des Präsenzunterrichts als Chance, sich mit dem Stoff zu beschäftigen, Fragen zu stellen, sich mit dem Dozenten und den anderen Kursteilnehmern auszutauschen und wichtige Informationen zum Ablauf und zu Prüfungen zu bekommen. Dabei beobachte ich immer wieder, dass Präsenzveranstaltungen von manchen Teilnehmern eher als Entertainment denn als Lehrveranstaltung betrachtet werden. Dies ist kein gutes Konzept – Präsenzen sind Lehr- und Lernveranstaltungen, die kontinuierliches Verarbeiten des Stoffes ermöglichen.

Da die Fortbildung zum / zur geprüfte(n) FachwirtIn im Gesundheits- und Sozialwesen eine sehr große Stoffbreite erfordert, führt die Konzentration des Stofferwerbs in einer kurzfristigen Lernphase vor den Prüfungen regelmäßig zu Frustration und Überforderung. Gleichermaßen bringt der Besuch von Präsenzveranstaltungen nichts, wenn Sie sich dort nicht konzentrieren und wirklich dabei sein wollen oder können. Eine Anwesenheit aus Pflichtgefühl ist in der Regel Zeitverschwendung. Überlegen Sie also, welche Präsenz für Sie sinnvoll ist und nehmen Sie dort möglichst viel mit. Den Stoff von „ausgelassenen“ Präsenzveranstaltungen arbeiten Sie vor oder nach, in dem Sie das Unterrichtsmaterial des Bildungsträgers nutzen, ergänzende  Literatur verwenden, Mitschriften anderer TN verwenden oder in Lerngruppen mitarbeiten; auch Internetforen können hilfreich sein.

 

Parallel zum Unterricht aktiv sein

Wichtig ist, den Stoff möglichst in eigenen Worten zu erfassen, das Anlegen von eigenen Lernkärtchen ist nach wie vor einer der besten Lernmethoden. Im Internet gekaufte Karten zur Stoffwiederholung sind ganz nett, haben aber lange nicht den Wert von selbst erstellten Karten. Eine weitere wichtige Lernunterstützung sind Arbeits- und Lerngruppen. Diese funktionieren aber nur, wenn die Treffen diszipliniert und strukturiert organisiert sind. Ein Wochenende gemeinsam wegzufahren und dabei einzuplanen, „auch gemeinsam zu kochen und auch ´mal Pause zu machen“ bringt außer einer nett verbrachten Zeit wahrscheinlich wenig (solche Vorhaben habe ich schon real erlebt); es ist Ziel führend, wenn ein TN „den Hut aufhat“ und für eine Struktur sorgt.

 

Basis für Lernerfolg

Wichtig für einen guten Lernerfolg ist:

  • kontinuierlich Lernen
  • sich mit Stoff mehrfach beschäftigen
  • sich bewusst für Präsenzveranstaltungen entscheiden - oder eben nicht
  • in Präsenzveranstaltungen Stoff aktiv aufnahmen und nicht nur zuhören
  • wichtigen Stoff und Schlüsselwörter in eigenen Worten aufschreiben
  • sich in Lerngruppen einbringen


Lehrmaterial oder Fragen beantworten?

Die allermeisten Anbieter von Fachwirtkursen stellen auch Lehrmaterial zur Verfügung: ausgedruckte Folien, Lehrtexte, Zusammenfassungen, Übungsaufgaben und teilweise auch Bücher (leider gibt es für den Fachwirt nach der neuen Prüfungsordnung noch kein Lehrbuch).

Es ist natürlich sinnvoll, sich neben dem Unterricht den Stoff auch anhand von Unterrichtsmaterial zu erschließen, aber: die IHK wird Fragen stellen und Sie nicht auffordern, Stoff nachB Themen oder Kapiteln wiederzugeben. Und gerade die Fragetechnik in IHK-Prüfungen ist erfahrungsgemäß die größte Hürde - nicht das Lernen des Stoffs.

Deshalb ist es wichtig, so früh wie möglich "umzuschalten" und sich den Stoff anhand von Übungsaufgaben und alten Klausuraufgaben (über die Verlagsgesellschaft der IHK´s zu beziehen) zu erschließen - und im Austausch mit anderen.

Aus der Neurologie wissen wir heute sicher: Lernen beruht darauf, dass sich Verbindungen zwischen Nervenzellen im Gehirn verändern. Das geschieht nicht erfolgreich durch Auswendiglernen - unser Gehirn ist keine Festplatte. Gutes gehirngerechtes Lernen bedeutet: den Stoff im Gehirn "bewegen", d. h. schreiben (deshalb Lernkärtchen), sich austauschen, anderen erklären, mit dem Stoff arbeiten, Verbindungen herstellen, Zusamenhänge verstehen; dabei wichtig: eigene Formulierungen finden;  damit entstehen neue neurale Verbindungen.

Und: Lernen ist emotional

 

Lernen und Emotion

Emotionen haben einen großen Einfluss auf das Lernverhalten. Im Falle von Angst ist die reagieren wir archaisch ohne die Situation ausreichend zu berücksichtigen: Flucht, Verstecken oder Angriff. In edem Fall ist unsere Lernfähigkeit blockiert.

Wir haben jetzt vor dem Fachwirt natürlich keine Angst, aber: es gibt möglicherweise negative Emotionen aus andeern Bereichen des Lebens.

Bsp: Jemand sagt, ich muss die Prüfung bestehen!

Das kann bedeuten: ich habe Angst, wenn ich durchfalle, weil

  • ich mich dann lächerlich mache
  • andere mich dann nicht mehr ernst nehmen
  • mich andere unterstützt haben und ich sie dann enttäuscht habe
  • man mir das sowieso nicht zugetraut hat
  • ich den Erfolg des Fachwirts schon "verkauft" habe (Job)
  • ich damit angegeben habe
  • ....

Wichtig ist, sich von diesen Themen zu lösen (es sind meistens nur von mir selbst geschaffene Blockaden).

Mit Angst zu lernen blockiert das kreative Finden von Lösungen, weshalb genau das im Unterricht oder in Schulungen verhindert werden sollte. Deshalb ist es wichtig, negative Emotionen aus dem Leben nicht in die Lermsituation kommen zu lassen oder - besser - grundsätzlich klären. Wenn mit dem Fachwirt oder den Prüfungen Themen verbunden sind, die uns belasten, lernen wir schlechter und mit weniger Erfolg.

 

Neurologie: Multitasking ist ein Märchen

Auch wenn häufig das Gegenteil gesagt wird: Multitasking ist ein Märchen - auch bei Frauen. Neuere Studien (z. B. Prof. Spitzer) zufolge ist eine häufige und intensive Nutzung oder auch die gleichzeitige Nutzung unterschiedlicher Medien für die Lernfähigkeit des Gehirns schädlich. Multitasking fördert vor allem eines: die Unaufmerksamkeit; und: Multitasking verschlechtert den Lernerfolg.

Also: wer beim Lernen "nebenher" etwas macht (Radiohören, Internet...) schadet dem eigenen Lernerfolg  - und ist selbst daran schuld. Entwickelt sich daraus eine Gewohnheit, haben wir es uns doppelt schwer gemacht. Grund für diese Aussage ist die Erkenntnis der Neurologen, dass Erfahrungen in unserem Gehirn „Spuren“ hinterlassen. Also: die Art und Weise, in der wir unser Hirn belasten, bleibt nicht ohen Folgen - im Positiven wie im Negativen.

Es bilden sich gewissermaßen "neurologische Trampelpfade" aus, auf denen es sich gut läuft. ein solcher Weg wird dann immer wieder genommen (GEWOHNHEIT !!) - nicht, weil er eine gute Methode oder eine Problemlösung darstellt, sondern weil er schon vorhanden ist.

Diese Erkenntnis lässt den Schluss zu, dass es viel leichter ist, sich eine schlechte Gewohnheit gar nicht erst anzugewöhnen, als sie sich wieder abzugewöhnen. Eine neue Spur zu legen – also zu lernen und neu zu denken – ist dagegen richtig aufwändig. 

Cookie-Regelung

Diese Website verwendet Cookies, zum Speichern von Informationen auf Ihrem Computer.

Stimmen Sie dem zu?