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Schriftliche Prüfung

 

Die schriftliche Prüfung besteht aus zwei Abschnitten; insgesamt müssen 100 Punkte (von maximal 200) erreicht werden. Die Prüfungsabschnitte dauern jeweils 300 Minuten. Mit der neuen Prüfungsordnung haben sich die Aufgabenstellungen etwas verändert, wobei zu berücksichtigen ist, dass sich voraussichtlich erst in einigen Jahren ein neuer „Standard“ herausgebildet hat, von dem mit einiger Sicherheit ausgegangen werden kann. Die Trennung in eine allgemeine und eine handlungsspezifische Prüfung wurde aufgehoben; in beiden Prüfungsterminen wird eine Mischung aus beidem abgefragt.

Meinem Eindruck nach wurden die Anforderungen im Bereich Buchhaltung, Rechnungswesen und auch Steuern abgesenkt, Aufgaben zur Kostenrechnung erscheinen weniger spezifisch. Dafür sind neue Prüfungsinhalte hinzugekommen oder werden vertieft berücksichtigt, z. B. Controlling, Plan- und Prozesskostenrechnung und Investitionsrechnung. Insgesamt haben die Prüfungen einen mehr „problemlösenden“ Charakter.

Das Wiedergeben von Wissen führt immer weniger zu Erfolg, Problemlösen, Wissen anwenden oder Konzepte entwickeln sind immer häufigere Bestandteile von Prüfungen. das bedeutet:

  • analytische denken, um eine  Aufgabenstellung in ihren einzelnen Teilen zu erfassen,
  • Konsequenzen ziehen können (Wenn ein Krankenhausbudget gedeckelt ist, hat das direkte Konsequenzen für die Leistungsstrategien)
  • Wissen auf neue Sachverhalte anwenden können (z. B. Marketing auf Projekte), auch wenn das nicht Lernstoff im Unterricht war (Transferleistungen),
  • den gesunden Menschenverstand anwenden können

Konzepte sind nichts anders als grobe Pläne zu

  • Zielen
  • damit verbundenen Problemen (die zu bewältigen sind),
  • dabei erforderlichen Ressourcen
  • für die Akteure
  • die eine inhaltliche, zeitliche und finanzielle Planung machen müssen und
  • dafür miteinander kommunizieren müssen.

Nach wie vor ist es wichtig, sich so früh wie möglich mit dem Charakter der Fragen auseinanderzusetzen; das chronologische Lernen von „Stoff“ ist hier weniger hilfreich. Nach Rückmeldungen von Prüfungsteilnehmern besteht eine zentrale Herausforderung darin, im Fragetext die eigentliche Fragestellung zu erkennen – hierfür ist in besonderem Maß Übung hilfreich.

Da der Stoff in der Ausbildung zum geprüfte(n) FachwirtIn im Gesundheits- und Sozialwesen sehr breit aufgefächert ist, wird es in der Regel sehr schwer sein, den gesamten Stoff zu beherrschen. Ich empfehle in Prüfungsvorbereitungen und Coachings deshalb regelmäßig nach der Pareto-Regel vorzugehen: wer 80% des Stoffs sicher beherrscht, dürfte keine Schwierigkeiten haben, zu bestehen - die fehlenden 20% erfordern aber Ihrerseits 80% zusätzlichen Lernaufwand. Damit entlastet sich die TN deutlich im Gegensatz zu der Forderung an sich selbst, alles wissen zu müssen (was wohl niemand so schnell gelingen wird). 

In jeder Klausur können Rechenaufgaben vorkommen, z. B. um im Rahmen einer Outsourcing-Entscheidung Handlungsalternativen anhand der anfallen fixen und variablen Kosten zu vergleichen, was die Aufstellung einer linearen Gleichung verlangt. Im Bereich der Investitionsrechnung sind Grundkenntnisse der Finanzmathematik erforderlich, was das Auf- und Abzinsen von Zahlungsströmen und dem Umgang mit Potenzen betrifft.

Auch wenn die Prüfungen punktuell an zwei (aufeinander folgenden) Tagen statt findet, verteilt sich eine gute Prüfungsvorbereitung auf einen längeren Zeitraum vorher, oder anders formuliert: Versäumnisse in der der kontinuierlichen Vorbereitung lassen sich durch Hauruck-Aktionen meist nicht mehr ausgleichen. Die Verantwortung für einen guten Abschluss trägt letztlich jeder TN für  sich selbst, nicht die Gruppe der Teilnehmer, nicht der Bildungsträger, nicht die IHK und nicht die Dozenten – und zwar in der Zeit des Fachwirt-Kurses, denn diese ist inhaltlich maßgeblich für den Prüfungserfolg.

Hier einige Vorschläge für eine gute Prüfungsvorbereitung (siehe auch die Hinweise zum Lernerfolg):

 

Vor der Prüfung:

  • generell Vorsicht mit Aufputschmitteln, angefangen bei Koffein
  • keine kurzfristigen Marathon-Lernaktionen
  • am Abend vor der Prüfung keinen (neuen) Lernstoff
  • vielleicht noch einmal etwas durchlesen (Lernkarten!) und
    dann den Tag beenden (wichtig!)
  • früh ins Bett gehen

Bedenken Sie: was Sie bis dahin nicht gelernt haben, lernen Sie jetzt auch nicht mehr – aber Sie können sich noch erfolgreich sehr stark verunsichern.

 

Am Tag der Prüfung:

  • keine Frühaufsteh-Aktionen zum Lernen
  • rechtzeitig aufstehen bzw. zur Prüfung fahren
    (kein Zeitdruck, auch wenn der Bus Verspätung hat)
  • wenn möglich: frühstücken
  • Abstand gewinnen:
    Sie haben über Monate alles Erforderliche getan; der Tag ist nur der Prüfungstag - und wenn Sie nicht alles Erforderliche getan haben, können Sie jetzt auch nichts mehr ändern.
  • In die Konzentration kommen, sich nicht ablenken (lassen): Gespräch mit anderen Prüfungsteilnehmern dienen meist nicht der eigenen Beruhigung

 

Die Prüfung:

  • Fragen genau durchlesen – Wichtiges kennzeichnen
  • nicht vergessen: Angaben für Aufgaben können auch in der Situationsbeschreibung enthalten sein.
  • wenn Sie an einer Fragen „hängen bleiben“, weil Ihnen die Antwort nicht einfällt: nicht festbeißen: zur nächsten Frage weitergehen, Mut zur Lücke und später noch einmal anschauen
  • die Einzelprüfungen haben 100 Punkte und 300 Minuten, d.h. pro Punkt sind im Durchschnitt 3 Minuten vorgesehen. Sie können aus der Punktangabe der einzelnen Aufgaben ungefähr den Zeitumfang und damit auch den Umfang der Antwort abschätzen. Für eine 6 Punkte-Frage ergibt sich eine „Planzeit“ von 18 Minuten; 2 Sätze können hier nicht ausreichend sein! 
  • Bei Aufzählungen sucht sich der Prüfer die richtigen Antworten nicht aus, sondern bewertet von oben nach unten: wenn 4 Antworten gesucht sind und sie 7 hinschreiben, die richtigen sind aber die Nummern 4 – 7, gibt das nur einen Punkt.
  • Änderungen in den Antworten in letzter Minute sind nach meiner Erfahrung häufig einecht Verschlimmbesserung: das Richtige wird gestrichen, das Falsche hingeschrieben; deshalb: bitte gut überlegen!
  • Keine Frage ohne Antwort lassen (wenn noch Zeit ist): auch wenn Sie keine konkrete Ahnung haben, auf alle Fälle etwas hinschreiben, was passen könnte. Vielleicht gibt es ja noch Punkte durch Glückstreffer – Abzüge gibt es bestimmt nicht.

 

Nach der Prüfung:

  • jede weitere Beschäftigung mit der Prüfung bringt keine Vorteile, deshalb: Abstand gewinnen, ausruhen, erholen und abwarten, was für eine Bewertung erfolgt.

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